Wenn Frauen sich verbinden, verändert sich die Welt

Oder: das Private ist politisch

Antje Schrupp hat ein neues Buch geschrieben: „Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern.“ Wie so viele andere Frauen treibt auch mich die Frage um: „Muss ich akzeptieren, dass rücksichtslose Männer in unangreifbaren Machtpositionen Kriege führen, Menschen quälen und töten und sehenden Auges unseren Planeten ruinieren?“ Politisches und ökologisches Chaos – und ich mittendrin. Genau in dieser Gemengelage wird soziale Vorsorge für Frauen zur dringlichsten Antwort, die ich kenne.

Wieso nennt Antje Schrupp diese Situation postpatriarchal? Ist nicht diese offenkundige Männerdominanz in Wirtschaft und Politik Ausdruck eines starken Patriarchats der Gegenwart und keineswegs Geschichte? Und zuletzt: Was nutzt mir die individuelle Freiheit, wenn die Welt um mich herum in Angst und Zerstörung versinkt?

Die Sache der Frauen ist schwieriger geworden – oder: Was heißt eigentlich postpatriarchal?

Ja, wir Frauen haben uns viel erkämpft. Das Recht, zu wählen, zu studieren, Berufe zu ergreifen, Entscheidungen über unseren Körper, unsere Familie und unser Leben zu treffen – all das kam nicht von selbst. Jede Generation hat einen Teil davon errungen, streitbar, klug, beharrlich.

Dennoch bleibt das Erbe des Patriarchats spürbar. Löhne, Renten, Strukturen, Macht – all das folgt weiter männlichen Mustern. Und doch hat sich etwas Entscheidendes verschoben: Wir Frauen haben viel mehr Möglichkeiten, mitzugestalten. Eine Voraussetzung allerdings gibt es: Wir müssen viele sein.

Die Zeit der großen Frauenbewegungen scheint vorüber

Heute brauchen wir neue Formen des Verbundenseins. Frauen leben in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen: Sie organisieren Familien und führen Unternehmen. Sie setzen sich für soziale Belange ein und streben politische Ämter an. Sie sind auf der Suche nach persönlichem Sinn und versuchen, diese Welt zu erhalten.

Was uns verbindet, sind nicht mehr gemeinsame Herausforderungen. Dafür gibt es unendlich viele Themen, für die Frauen sich einsetzen. Eine große Gruppe bilden zu wollen würde bedeuten, gemeinsame Regeln finden zu müssen – dies ist aufgrund der vielfältigen Wirkungsbereiche mittlerweile kontraproduktiv. Es gibt jedoch eine gemeinsame Voraussetzung: Wir brauchen gute, effiziente und belastbare Kommunikation. Wege, miteinander zu sprechen, auch und gerade wenn die Überzeugungen auseinanderdriften.

Verbindung als politische Haltung

Verbindung ist kein Rückzug ins Private, sondern der erste Schritt zu Veränderung. Wir Frauen sind unterschiedlich und vielfältig. Uns im Bewusstsein dieser Unterschiedlichkeit zusammenzufinden – darin liegt die enorme Kraft. Je mehr uns Verbindung und Austausch gelingt, desto mehr entsteht das Gefühl von Gemeinschaft.

Echte Gemeinschaft zeichnet sich nicht dadurch aus, dass wir alle denselben Kuchen lieben oder dasselbe Lied singen. Gemeinschaft ist die Kraft, Unterschiede zu akzeptieren und das darüberliegende Ziel anzustreben: gute Lebensgrundlagen für uns und die, die nach uns kommen.

Ich bin überzeugt: Das Private ist politisch – und jedes Gespräch, jede geteilte Erfahrung, jede helfende Geste ist Teil davon.

Die FEMALE COMMUNITY – Räume, die tragen

Die FEMALE COMMUNITY ist meine Antwort auf die Frage, wie soziale Vorsorge für Frauen konkret aussehen kann. Wir schaffen Räume, in denen Frauen sich miteinander verbinden – die gemeinsame Themen verfolgen, neue Dinge entwickeln wollen oder einfach erfahren möchten, wie Frauen mit oft völlig anderem Lebensstil ihr Leben gestalten.

Jede Frau, die neu einsteigt, erhält die Möglichkeit, an unserem sechsmonatigen Begleitprogramm teilzunehmen. Es ist ein echtes Herzstück der Gemeinschaft: In 11 Abenden und anhand von 11 realen Konflikten, wie sie in Gemeinschaften entstehen können, lernen die Frauen Kommunikation auf einem Niveau, das sonst teuren Coachings oder langen Therapieprozessen vorbehalten bleibt. Für kleines Geld. Das ist ein großer Schatz. Durch dieses Programm entsteht eine gemeinsame Sprache, eine Kultur der Achtsamkeit, Klarheit und gegenseitigen Verantwortung. In diesen Räumen geschieht das, was viele für unmöglich halten: echte Nähe ohne Konkurrenz, Austausch ohne Bewertung, Mitgefühl ohne Verlust der eigenen Stärke.

Verbindung nährt die Freiheit – innen wie außen.
Und wer sich verbunden fühlt, kann die Welt verändern.

Denn: Wenn Frauen sich verbinden, verändert sich die Welt.

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